Umbruch, Krise, Orientierungslosigkeit - die Sehnsucht nach Sinn und Halt. Nach Halt durch Sinn, durch Recht, durch Brutalität. Heinrich von Kleist war berührt von dem zerstörerisch-verstörenden wie auch faszinierenden Phänomen der Gewalt. Auch wenn er ihr einen tiefen Lebens-, Gerechtigkeits- und Liebeswillen an die Seite stellt, bleibt seine literarisch verarbeitete Brutalität Symptom einer aus den Fugen geratenen Welt. "Die Zeit scheint eine neue Ordnung der Dinge herbeiführen zu wollen, und wir werden davon nichts, als bloß den Umsturz der alten erleben", so Kleist.
Andrea Beckmann und René Rollin durchwandern in diesem Abend "Stationen der verunsicherten Menschheit" und beschäftigen sich mit Kleists Freitod, seinen Abschiedsbriefen und seinen vom Gerechtigkeitsdenken getriebenen Rebellfiguren Michael Kohlhaas und Prinz Friedrich von Homburg.
Ob es - gestern wie heute - einen gewaltfreien Weg aus der Krise gibt?
In Kooperation mit den Nordkolleg Rendsburg,
Akademie für kulturelle Bildung