Schauspiel

Biedermann und die Brandstifter

Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch

Gottlieb Biedermann fürchtet sich: Brandstifter sind in der Stadt und verbreiten mit immer neuen Anschlägen unter der Bevölkerung Angst und Schrecken. Gottlieb Biedermann schützt sich: Sein Haus, sein Hab und Gut weiß er gegen Fremde zu sichern!

Aber als dann doch zwei undurchsichtige Gestalten in seiner Wohnung auftauchen, verschließt er die Augen vor der drohenden Gefahr, da er annimmt, dass man wohl kaum das Dach anzündet, unter dem einem Obdach gewährt wird. Ganz offenkundig treffen die Eindringlinge Anstalten für einen neuerlichen Brandanschlag, aber Herr Biedermann versucht, mit Güte und Freundlichkeit das Schlimmste zu verhüten. Doch die außerordentliche Gastfreundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als er um Streichhölzer gebeten wird...

Auf der Suche nach Bildern für den Zustand unserer Gesellschaft stößt man unweigerlich auf Max Frischs schneidende Attacke gegen Trägheit, Denkfaulheit, Ängstlichkeit und der geflissentlichen Sorge, "ja keine Fehler zu begehen oder eindeutig Stellung zu beziehen". Das Stück entlarvt präzise eine Geisteshaltung allzu vieler "Biedermänner", die allzu oft die Augen vor Problemen verschließen, sie nicht wahr haben wollen. Ob "euroweiter" Turbo-Kapitalismus oder der erschreckend schnell fortschreitende globale Klimawandel - das Unbehagen darüber wächst zwar, aber das letztendliche Aufbegehren bleibt aus, denn "es wird bei uns schon nicht so schlimm werden..."
"Kann man eigentlich nichts andres mehr reden heutzutag? Nicht immer nur das Böse sehen... Ich kann nicht Angst haben die ganze Zeit!". Sätze von Herrn Biedermann, die einen großen heutigen Wiedererkennungswert haben, meist noch mit der Ergänzung: ich kann es ja sowieso nicht ändern! Die "biedermännische" Wehrlosigkeit ist aber keine "naturgegebene", sondern eine selbst initiierte, selbst inszenierte, die in der Aussage "Ich habe das Recht, überhaupt nichts zu denken" gipfelt. Max Frisch macht uns aber immer noch, immer wieder, darauf aufmerksam, dass wir die Pflicht haben, selbst zu denken, unsere Augen nicht zu verschließen, uns gegen die aktuellen Bedrohungen zu stellen, denn es kommt meist noch schlimmer...

 

23.09.2012 19:00 Premiere Slesvighus Schleswig
A-Preise 10,- bis 23,-
26.09.2012 20:00 Husumhus Husum
A-Preise 10,- bis 23,-
06.10.2012 19:30 Slesvighus Schleswig
A-Preise 10,- bis 23,-
07.10.2012 19:00 Kammerspiele Rendsburg
L-Preise 14,-
10.10.2012 19:30 Kleine Bühne Flensburg
L-Preise 14,-
20.10.2012 19:30 Kammerspiele Rendsburg
L-Preise 14,-
08.11.2012 20:00 Stadttheater Heide
A-Preise 10,- bis 23,-
17.11.2012 20:00 Theater in der Stadthalle Neumünster
*-Preise
21.11.2012 19:30 theater itzehoe
*-Preise
20.12.2012 11:00 Kleine Bühne Flensburg
geschlossene Vorstellung
11.01.2013 11:00 Kleine Bühne Flensburg
L-Preise 14,-
11.01.2013 19:30 Kleine Bühne Flensburg
L-Preise 14,-
14.01.2013 19:30 Kammerspiele Rendsburg
L-Preise 14,-
27.01.2013 19:00 Kammerspiele Rendsburg
L-Preise 14,-
18.02.2013 11:00 Slesvighus Schleswig
A-Preise 10,- bis 23,-
19.02.2013 20:00 Husumhus Husum
A-Preise 10,- bis 23,-
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Besetzung

Inszenierung: Angelika Zacek
Bühne und Kostüme: Heike Mirbach
Dramaturgie: Andreas Strähnz

Herr Biedermann: René Rollin
Babette, seine Frau: Maria Steurich
Anna, ein Dienstmädchen: 
Wiebke Wackermann
Schmitz, ein Ringer: Uwe Kramer
Eisenring, ein Kellner: Reiner Schleberger
Ein Polizist / Ein Dr. phil.: Felix Ströbel
Chor der Feuerwehrmänner: Alle