Nicola Mascia*

Nicola Mascia wurde 1975 in Turin, Italien, geboren. Er begann im Alter von fünf Jahren zu tanzen und studierte zunächst bei Loredana Furno Ballett, eher er seine Ausbildung in Jazz und zeitgenössischem Tanz in Turin, Rom und Los Angeles fortsetzte.

1996 zog er nach Berlin und ist seitdem Mitglied der Tanzkompanie Sasha Waltz & Guests.

Seit 24 Jahren ist Nicola Mascia an der Entwicklung und Darstellung von diversen Produktionen und internationalen Tourneen der Kompanie Sasha Waltz & Guests beteiligt. Darunter Bühnenproduktionen, Filme, Museumseröffnungen und Improvisationsprojekte, einschließlich ikonischer Werke wie: ALLEE DER KOSMONAUTEN (Sophiensaele, Berlin, 1996), ZWEILAND (Sophiensaele, Berlin, 1997), DIALOGE 99/II (Jüdischen Museum, Berlin, 1999), KÖRPER (Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, 2000), NOBODY (Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, 2002), INSIDEOUT (Helmut List Halle, Graz, 2003), DIALOGE 04 (Palast der Republik, Berlin, 2004), DIALOGE 09 (Neues Museum, Berlin, 2009) und DIALOGE 09 (Maxxi, Rom, 2009), FIGURE HUMAINE (Elbphilharmonie, Hamburg, 2017), KREATUR (Radialsystem V, Berlin, 2017), um nur einige zu nennen. Für Sasha Waltz & Guests arbeitete er auch als Trainer und Repetitor.

Von 2000 bis 2003 war Nicola Mascia Mitglied des Ensembles der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. 2001 präsentierte er hier die Video Installation/Performance NO MORE COOKIES FOR YOU SIR! in Zusammenarbeit mit Sampson Zaharkiv. 2016 war Nicola Mascia Gastsolist am Royal Swedish Ballet in Stockholm.

Als Choreograf und Tänzer kollaboriert Nicola Mascia mit diversen Künstlern, unter anderem mit Emio Greco/PC, Benoit Lachambre, Constanza Macras, Jeremy Wade, Meg Stuart, Abraham Hurtado, Fitri Setyaningsih, Joanna Dudley, Junko Wada, Peter Mussbach, Gianna Nannini, Peaches, Hanayo, Alejandra Rubies, Sharon Paz, Julian Rosefeldt und Mike Bouchet.

Bis dato choreografiert Nicola Mascia Opernproduktionen. Unter der Regie von Kornelia Repschläger: Lortzings DER WILDSCHÜTZ (2015), Mozarts FIGAROS HAAREM (2015) und Strauss’ SALOME (2016) am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin sowie Henzes ELEGIE FÜR JUNGE LIEBENDE (2019) am Wilhelma Theater in Stuttgart und Strauss’ DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN (2021) am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg. Unter der Regie von Tristan Braun: Händels ARIODANTE (2014) in der Elisabethkirche in Berlin, Wagners PARSIFAL – FÜR KINDER (2015) an den Bayreuther Festspielen und Wagners DAS PARSIFAL PRINZIP (2018) an der Staatsoper in Hamburg.

Als persönlicher Tanzcoach arbeite Nicola Mascia für die deutsche Schauspielerin Corinna Harfouch (Rolle der Phädra in PHÄDRAS LIEBE 2003 an der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, Regie: Christina Paulhofer), sowie für die amerikanische Schauspielerin Dakota Johnson (Rolle der Susie in SUSPIRIA 2018, Regie: Luca Guadagnino).

Als Gastprofessor für Tanz war Nicola Mascia unter anderem an folgenden Institutionen tätig: Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon; Zentrum für Zeitgenössischen Tanz/Hochschule für Musik und Tanz Köln; Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart; sowie Lewis and Clark College, Portland.

2004 wurde er für seine Darbietung in dem Tanzfilm ELEMENTS OF MINE (2003) von Norbert Servos und Khaled El-Hagar mit dem Best onscreen performance Award beim Moving Pictures Festival of Dance on Film & Video in Toronto ausgezeichnet.

2005 gründete Nicola Mascia zusammen mit dem israelischen Choreografen und Performer Matan Zamir das Künstlerduo matanicola in Berlin. Ihre Arbeit umfasst bis heute insgesamt sieben Bühnenproduktionen: UNDER (Villa Elisabeth, Berlin, 2005) in Zusammenarbeit mit Yasmeen Godder; LADIES FIRST (Grand Theatre, Groningen, 2007); WHAT ON EARTH (The Theatre Warehouse, Tel Aviv-Jaffa, 2010); PIECE OF ME (Radialsystem V, Berlin, 2011); TO THIS PURPOSE ONLY (Auditorium San Barnaba, Brescia, 2013) in Zusammenarbeit mit der italienischen Tanzkompanie Fattoria Vittadini; BODIESLANGUAGE (Ballhaus Ost, Berlin, 2014); BLEACH: AURORA HUNTERS (Theater Thikwa, Berlin, 2018) in Zusammenarbeit mit dem Theater Thikwa Ensemble. Seit 2006 arbeitet matanicola an den fortlaufenden, ortsspezifischen, off-stage Improvisationsserien VERSUS und INTERVENTION unter anderem in der Deutsche Bank KunstHalle und im Basso in Berlin. matanicolas Werke werden häufig bei internationalen Festivals vorgestellt.

2012 wurde matanicola zum Contemporary Art Festival Les Grandes Traversées in Bordeaux eingeladen, um die zwölf Ausgaben der Festivalproduktion MATANICOLA’S MAGICAL MYSTERY TOUR zu kuratieren.

Das Duo matanicola leitet regelmäßig internationale Workshops im Rahmen ihres Forschungsprojekts THE ›UNLEARNING‹ PROCESS.

Nicola Mascia erhielt den Kurt Joss Prize für Choreographie (2007) für UNDER.

In der aktuellen Spielzeit:

Choreografie in DIE STUMME SERENADE

Foto: Gregor Schreiter