Iosif Ion Prunner*

Der Dirigent Iosif Ion Prunner wurde in Bukarest als Sohn einer Musikerfamilie mit alter kultureller Tradition geboren. Mit sechs Jahren debütierte er als Pianist und im Alter von 14 Jahren spielte er auf dem rumänischen Athenäum. Er besuchte die Musikhochschule „Dinu Lipatti“ und die Nationale Musikuniversität Bukarest, wo er Klavier und Dirigieren bei Zoe Popescu, Ana Pitiş, Maria Fotino, Constantin Bugeanu und Sergiu Comissiona studierte. Nach dem Abschluss arbeitete er an der „George Enescu“-Philharmonie und gründete 1991 die Stiftung und das Kammerorchester „Constantin Silvestri“. 1996 war er Direktor des gleichnamigen Internationalen Dirigentenwettbewerbes. In Rumänien arbeitet er mit den wichtigen Orchestern des Landes, dem Nationalen Rundfunkorchester Rumänien und dem Kammerorchester des Rundfunks zusammen. Zudem leitet er Auftritte der Rumänischen Nationaloper.

1997 wurde Iosif Ion Prunner von Cristian Mandeal in Bukarest für die Leitung des Philharmonischen Chores „George Enescu“ vorgeschlagen und mit der Leitung von Konzerten des Sinfonieorchesters und des Philharmonischen Kammerorchesters beauftragt. Ebenfalls ab 1997 leitete er in Bukarest das semiprofessionelle Ärzteorchester, das eine Tradition der „George Enescu“-Philharmonie fortsetzt. Im Dezember 2007 wurde er zusammen mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse vom „Orpheus“-Chor San Sebastian eingeladen, eine Produktion von Verdis Requiem in San Sebastian, Toulouse und Paris zu leiten.

Er trat in wichtigen Musikzentren und bei Festivals in Europa und Asien auf und dirigierte u. a. das Orchestre National de France, die Münchner Philharmoniker, das London Philharmonic Orchestra sowie Orchester in Turin, Warschau, Toulouse, Barcelona und Ostrava, wobei er mit führenden Dirigenten und Solisten unserer Zeit zusammentraf. Daniel Barenboim beglückwünschte ihn und den Philharmonischen Chor „George Enescu“ nach der gelungenen Zusammenarbeit beim „George Enescu“-Festival Bukarest.

1995 hatte er Gelegenheit, mit dem polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki zusammenzuarbeiten, 1998 wirkte er zusammen mit dem Orchestre National de France unter Leitung von Lawrence Foster in einer Konzertversion der Oper OEDIPE von George Enescu im Rahmen des Internationalen „George Enescu“-Festivals in Bukarest mit. Am 7. September 2013 führten Chor und Orchester der Filarmonica George Enescu Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“ zum ersten Mal in Rumänien auf. Diese rumänische Erstaufführung fand also 100 Jahre nach der Wiener Uraufführung des Werks am 23. Februar 1913 statt! Dirigent war der Brite Leo Hussain.

Zu den jüngsten Errungenschaften zählen die Zusammenarbeit mit weiteren Orchestern und Dirigenten von Weltrang beim „George Enescu“-Festival: Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin (2013, Verdis „Quattro pezzi sacri“), Kirill Petrenko und Berliner Philharmonie 2019 sowie Vladimir Jurowski und The London Philharmonic Orchestra (2017, Enescus OEDIPE in Bukarest und London). Auch mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Vladimir Jurowski ist der Chor im September 2019 bereits beim internationalen „George Enescu“-Festival in Bukarest mit der Sinfonie Nr. 3 von George Enescu aufgetreten.

Iosif Ion Prunner ist seit 2018 Künstlerischer Leiter der „George Enescu”-Philharmonie. In der aktuellen Spielzeit 2021/2022 arbeitet er zum ersten Mal mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester zusammen.

In der aktuellen Spielzeit:

Foto: Adi Stoicoviciu