Stefanos Tsialis

Stefanos Tsialis ist seit 2014 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Athener Staatsorchesters. In den vier Jahren seiner Amtszeit ist es ihm gelungen, die Besucherzahlen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, um mehr als 60 Prozent zu erhöhen. Bewusst legt Stefanos Tsialis bei seinen Programmen regelmäßig den Fokus auf Werke griechischer Komponisten sowohl durch Kompositionsaufträge wie auch durch Wiederentdeckungen. Im Hinblick auf die Œuvres von Nikos Skalkottas und Mikis Theodorakis gilt er als einer der weltweit führenden Experten und Interpreten derzeit.

Geboren 1964 als Sohn einer Dänin und eines Griechen in Ermoupolis, Griechenland, studierte er Klavier am Neuen Konservatorium in Thessaloniki und danach Musikwissenschaften an der Universität in Kopenhagen. Anschließend vollendete er seine Ausbildung mit Auszeichnung an der Wiener Musikhochschule in den Fächern „Dirigieren” und „Korrepetition” und absolvierte Meisterkurse u. a. bei Leonard Bernstein, Vaclav Neumann und Rolf Reuter. Er spricht acht Sprachen.

Nach seinem ersten Engagement als 2. Kapellmeister und Studienleiter am Staatstheater Meinigen war Stefanos Tsialis 1996 Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung, von 1997 bis 2004 Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie sowie von 2001 bis 2004 ständiger Gastdirigent der Berliner Symphoniker. Anschließend wurde er erneut vom Staatstheater Meinigen als 1. Kapellmeister und stellv. Generalmusikdirektor verpflichtet (2005-2009) und war von 2009 bis 2013 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Thüringen Philharmonie Gotha.

Im Opernbereich arbeitete Stefanos Tsialis mit Regisseuren wie Peter Konwitschny, August Everding und Christine Mielitz zusammen und dirigierte unter vielen anderen Opern wie ELEKTRA, SALOME, WOZZECK, JENUFA und MONA LISA. 1995 brachte er die Oper MEDEA von Mikis Theodorakis in Meiningen zur Deutschen Erstaufführung. Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Komponisten.

Er nahm an vielen renommierten Festivals teil, wie dem Festival van Vlaanderen, den „Händelfestspielen Halle“, dem „Tivoli Festival“ in Kopenhagen, dem Athener Festival, dem „Braunschweig Classix“ Festival, sowie dem „Hamburger Musikfest“. Für die Labels Genuin und Centaur hat Stefanos Tsialis CD-Produktionen eingespielt sowie in Fernseh- und Rundfunkaufnahmen für die ARD, Deutschland Radio Kultur, den MDR, den NDR, den italienischen, rumänischen, griechischen und südafrikanischen Rundfunk mitgewirkt. Seit mehreren Jahren widmet sich Stefanos Tsialis auch vermehrt der Aufführung und Aufnahme von Filmmusik. Im Februar 2020 wird eine Aufnahme für NAXOS mit Werken von Nikos Skalkottas aufgeführt vom Athener Staatsorchester erscheinen.

Stefanos Tsialis hat mit mehr als 80 Orchestern in vielen EU-Ländern, in den USA, Kanada, Russland, in der Türkei, Südafrika und Kuba zusammengearbeitet. Darunter sind u. a. das Orchestre Symphonique de Montréal, das Kopenhagener Philharmonische Orchester, das Qatar Philharmonic Orchestra, das MDR Sinfonieorchester Leipzig, die Hamburger, Berliner und Nürnberger Symphoniker, die Stuttgarter Philharmoniker, die Slowenische Philharmonie, das Wiener Tonkünstlerorchester, das Winnipeg Symphony, das Aarhus Symfoniorkester, das Stavanger Symfoniorkester, die Staatskapelle Weimar, die Philharmonischen Orchester der Oper Bologna und des Teatro Massimo Bellini, das Haydn Orchester Bolzano und die „George Enescu“ Philharmonie Bukarest. In den letzten beiden Spielzeiten erfolgten Wiedereinladungen u. a. beim Qatar Philharmonic, den Hamburger Symphonikern, den Nürnberger Philharmonikern, beim Philharmonischen Orchester der Stadt Münster sowie beim Saarländischen Staatsorchester.

In der Spielzeit 2019/2020 wird Stefanos Tsialis u. a. neben Wiedereinladungen beim Qatar Philharmonic, dem Saarländischen Staatsorchester und dem Orchester des Teatro Massimo Bellini auch die Saisonauftaktkonzerte bei den Niederrheinischen Sinfonikern und die Saisonabschlusskonzerte beim Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester dirigieren. Zum Jahreswechsel ist er mit Beethovens Neunter Sinfonie bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock zu erleben.

Foto: Maria Grammatikou