Bernd Stepputtis

Bernd Stepputtis wurde in Gelsenkirchen geboren und erhielt bereits im Alter von 17 Jahren eine feste Anstellung als Chorleiter und Organist. Nach dem Abitur studierte er Ev. Theologie und Kirchenmusik. Parallel wurde er als Sänger ausgebildet, zunächst bei Pompeo Greotti in seiner Heimatstadt, dann bei Prof. Rita Streich an der Folkwang-Hochschule in Essen und bei Prof. Hans Kagel in Hamburg. Mit 21 Jahren stand er als Mitglied des „Sonderchores“ der Bayreuther Festspiele erstmals auf einer Bühne. 1988 begann seine berufliche Karriere als Opernchorsänger an der Staatsoper Hannover. Es folgten Engagements an der Deutschen Oper Berlin, der Hamburgischen Staatsoper und der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie die regelmäßige Mitwirkung im Chor der Bayreuther Festspiele und bei Rundfunkchorprojekten. Gastspiele führten ihn u. a. nach Spanien, Frankreich, Israel und Japan. Während seiner Tätigkeit als Opernchorsänger arbeitete Bernd Stepputtis mit annähernd allen namhaften Dirigent*innen, Regisseur*innen und Sänger*innen zusammen. Für seine eigene Chorleitertätigkeit empfing er nachhaltige Impulse von den Chordirektoren Prof. Norbert Balatsch (Bayreuth), Prof. Walter Hagen-Groll (Berlin) und Prof. Jürgen Schulz (Hamburg).

Parallel zu seinem Engagement als Sänger an der Hamburgischen Staatsoper (1992 bis 2002) intensivierte Bernd Stepputtis seine Tätigkeit als Dirigent im Rahmen seines Wirkens als Kantor und Organist an der Kirchdorfer Kreuzkirche in Hamburg. Hier baute er eine leistungsfähige Kantorei auf, bei deren Chorkonzerten regelmäßig Musiker*innen des NDR Elbphilharmonie Orchesters und des Philharmonischen Staatsorchesters unter seiner Leitung spielten.
Zusätzlich gründete Bernd Stepputtis zusammen mit Kolleg*innen der Hamburgischen Staatsoper die „Operetten Compagnie Hamburg e. V.“, deren künstlerischer und musikalischer Leiter er bis 2001 war. Er dirigierte Operettenproduktionen nicht nur in Hamburg (u. a. Tiovoli, Laeiszhalle, Liebermann-Studio und CCH), sondern auch in der Bremer „Glocke“ und in Theatern in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2008 wurde Bernd Stepputtis als Chordirektor und Kapellmeister an das Schleswig-Holsteinische Landestheater engagiert. Sein Einstand mit Wagners TANNHÄUSER fand ebenso überregionale Beachtung wie insbesondere seine Choreinstudierungen von Werken abseits des gängigen Repertoires, z. B. DOKTOR FAUST von Busoni, RASKOLNIKOFF von Sutermeister, PREUSSISCHES MÄRCHEN von Blacher, CARDILLAC von Hindemith und LE GRAND MACABRE von Ligeti.

Neben dem professionellen Opernchor ist der Extrachor mit seinen mehr als 40 Sänger*innen ein weiterer wichtiger Klangkörper des Landestheaters, der von Bernd Stepputtis aufgebaut wurde und geleitet wird. Die Amateursänger*innen ergänzen den Opernchor bei großen Produktionen des Musiktheaters und bei den jährlichen Chorkonzerten im Rahmen der Sinfoniekonzerte des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters. Bei Werken wie REQUIEM und QUATTRO PEZZI SACRI von Verdi, WAR REQUIEM von Britten, LIEBESMAHL DER APOSTEL von Wagner, AUFERSTEHUNGSSINFONIE von Mahler, CARMINA BURANA von Orff oder LOBGESANG von Mendelssohn Bartholdy standen bis zu 120 Sänger*innen auf der Bühne. Des Weiteren besteht seit 2014 eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Extrachores der Hamburgischen Staatsoper, die regelmäßig in Konzertprojekte eingebunden sind.

Im Zusammenhang mit seiner Einstudierung der CARMINA BURANA erhielt Bernd Stepputtis 2017 den Künstlerpreis der Flensburger Theaterfreunde e. V.

Foto: A.T. Schaefer