4. Kammerkonzert

Spielzeitraum: 24.04. - 25.04.2021

Paul Bazelaire (1886–1958)
Fantasiestück für Klavier und Harfe op. 87

Henri Dutilleux (1916–1958)
Sonatine für Querflöte und Klavier (1943)

Otar Taktakishvili (1924–1989)
Sonate für Flöte und Klavier C-Dur

Antonio Pasculli (1842–1924)
„Omaggio a Bellini“ für Englischhorn und Harfe

Egidius Hobb (*1952)
„Waldhauser Legende” für Violine und Klavier

Grigoraș Dinicu (1889–1949)
„Die Lerche” (Arr. Egidius Hobb) für Violine und Klavier

Vittorio Monti (1868–1922)
Csárdás für Violine und Klavier

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Quartett F-Dur für Oboe, Violine, Viola und Violoncello KV 370

Das 4. KAMMERKONZERT präsentiert ein überaus farbiges und furioses Programm, das alle solistischen Instrumente insbesondere von ihrer virtuosen Seite zeigt. Den Auftakt macht das hochromantische Fantasiestück für Harfe und Klavier, das der französische Violoncellist Baul Bazelaire 1912 für die Harfenvirtuosin Heriette Renié komponierte. Henri Dutilleuxs Sonatine für Flöte zählt zu seinem Frühwerk und gehört zu einer Serie von „Teststücken“, die der Direktor des Pariser Konservatoriums bei ihm in Auftrag gegeben hatte. Anhand der Stücke sollten insbesondere die technischen Fertigkeiten der Studierenden auf die Probe gestellt werden, zudem wollte man sie auch mit neuer Flötenliteratur versorgen – mit Erfolg, denn heute ist die Sonatine fester Bestandteil des Flötenrepertoires und ist das am häufigsten auf CD eingespielte Werk des Komponisten. Die ausdrucksstarke und technisch anspruchsvolle Flötensonate des georgischen Komponisten Otar Taktakishvili, aus dessen Feder nicht nur die Hymne Georgiens stammt, er hatte auch von 1965–1984 den Posten des georgischen Kulturministers inne, zählt heute zu den Standardstücken im Flötenrepertoire und ist stark von der georgischen Volksmusik beeinflusst, an deren Melodiebildung, Harmonik und Rhythmik sich der Komponist orientierte.

Die Werke des einst legendären Oboenvirtuosen Antonio Pasculli erfreuten sich im Italien des späten 19. Jahrhundert großer Beliebtheit, als dort für kurze Zeit Konzerte für Blasinstrumente groß in Mode kamen. Pasculli verwendete für seine Stücke häufig Themen aus bekannten Opern von Bellini, Donizetti, Rossini und Verdi, die er dann zu Fantasien für Oboe umarbeitete. In seiner Hommage an Bellini gibt es wundervolle Melodien aus IL PIRATA und LA SONNAMBULA zu entdecken.

Nach der „Waldhauser Legende“ des mecklenburgischen Komponisten und Geigenspielers Egidius Hobb entführt das Programm in die Welt der „Zigeunermusik“: Der rumänische Komponist mit Roma Wurzeln Grigoraș Dinicu stammt aus einer Musikerdynastie, die die Musik Bukarests um 1900 maßgeblich prägte. Als Violinist spielte er in zahlreichen Orchestern, als Solist war er nicht nur auf Konzertpodien zu Gast, sondern trat auch in Hotels, Restaurants oder Cafés auf. Kein geringerer als der legendäre Jascha Heifetz bezeichnete ihn als den besten Geiger, den er jemals gehört habe – „Die Lerche“ lässt ahnen, mit welch stupendem Können er sein Publikum begeisterte. Von den vielfältigen Werken des italienischen Violinisten, Mandolinenspielers und Komponisten Vittorio Monti ist quasi als „one hit wonder“ nur sein feurig rasanter „Csárdás“ unsterblich geworden, der nicht nur zum festen Repertoire vieler Zigeunermusik-Kapellen gehört, im Gepäck großer Violinvirtuosen hat er weltweit das Publikum der großen Konzertsäle im Sturm erobert.

Wolfgang Amadeus Mozart schließlich komponierte sein einziges Oboenquartett für Friedrich Ramm, den ersten Oboisten der berühmten Mannheimer Hofkapelle, die 1778 mit ihrem Landesherrn Kurfürst Carl Theodor nach München umsiedeln musste, als dieser das Erbe der Wittelsbacher im bayerischen Kurstaat anzutreten hatte. Die so neu entstandene pfalz-bayerische Hofkapelle war vor allem für ihre hervorragenden Bläsersolisten berühmt, was besonders in der überaus anspruchsvollen Partitur des IDOMENEO deutlich wird, die zur gleichen Zeit 1781 im Auftrag Carl Theodors entstanden ist. Zeitgenossen schwärmten begeistert vom Können Ramms: „Man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, dass noch keiner den schönen, runden, sanften und wahren Ton auf der Oboe, verbunden mit der schmetternden Tiefe im Forte, sich so vorzüglich zu eigen gemacht habe als er“, und Mozart wusste, diesen Fertigkeiten in seinem Oboenquartett Rechnung zu tragen. Im Gegensatz zur üblichen Streichquartettbesetzung übernimmt hier die Oboe die Partie der ersten Geige und dominiert das musikalische Geschehen, während den Streichern meist eine nur begleitende Funktion zukommt.

Besetzung

Mit

Suleika Bauer
Julia Gollner
Hsin-Hua Hsieh
Anja Kreuzer
Dorothea RotaruDorothea Rotaru
Andreas Deindörfer
Jonathan Larson
Robert Lillinger
Borys Sitarski
Dongxu WangDongxu Wang

4. Kammerkonzert - Spielstätten

Stadttheater (Flensburg)

Stadttheater (Rendsburg)